Fränkische Rohrwerke Schwarzheide

Arbeitgeber kündigt Schließung der Fränkischen Rohrwerke zum 31. Dezember 2028 an

17.11.2025 | Im November 2024 hatte die Geschäftsführung der Fränkischen Rohrwerke in Schwarzheide mitgeteilt, dass das Werk mit rund 140 Beschäftigten bis Ende 2027 schließen werde. Jetzt wurde angekündigt: Das Werk soll zum 31. Dezember 2028 geschlossen werden. Die IG Metall hält die Entscheidung für wirtschaftlich nicht nachvollziehbar.

Aktion bei den Fränkischen Rohrwerken - Foto: IG Metall

„Das Werk schreibt schwarze Zahlen“, sagt Tobias Kunzmann, Erster Bevollmächtigter IG Metall Ludwigsfelde und Südbrandenburg. „Die Produktion in Schwarzheide ist rentabel, das Werk arbeitet profitabel. Für uns ist unklar, ob es tatsächlich wirtschaftliche Gründe sind, die für die Schließung ins Feld geführt werden.“

Die Fertigung soll zukünftig am Stammsitz des Unternehmens im fränkischen Königsberg erfolgen. Tobias Kunzmann berichtet, dass die Umbauten dort derzeit stillstehen.

Guter Sozialplan verhandelt

Der verhandelte Sozialplan sieht vor, dass die Beschäftigten bis zur Schließung jeden Monat 500 Euro brutto zusätzlich zum Entgelt erhalten. Ende 2028 soll es dann eine Abfindung geben. „Auch wenn das ordentliche Zahlen sind, ist die Schließung das schlechteste Szenario. Aber wir sehen für Schwarzheide immer noch eine Restchance“, so Kunzmann. Schließlich habe das Unternehmen verlauten lassen, dass eine Verschiebung der Schließung auf Mitte 2029 möglich sei. Noch stehen Baugenehmigungen aus und die wirtschaftliche Lage hat sich auch eingetrübt.

Bislang hat kein/e Beschäftigte/r das Angebot auf Wechsel an den Stammsitz angenommen. Die Beschäftigten bleiben im Unternehmen aus jahrzehntelanger Verbundenheit. Einerseits begrüßen alle die gute Regelung, aber trotzdem ist der Frust groß, dass die Schließung nun auf ein festes Datum definiert wurde.

In Schwarzheide werden seit 1997 Kunststoffrohre und Zubehörteile für den Tief- und Kanalbau produziert. Das Unternehmen beschäftigt an 17 Standorten weltweit rund 6.000 Arbeitnehmer/-innen.

Das Unternehmen hatte wegen schlechterer Produktionsbedingungen in Deutschland, insbesondere der hohen Transportkosten, verkündet, seine Produktion an den Stammsitz in Königsberg (Franken) zu verlagern. Die Investitionen in Millionenhöhe in den Standort Königsberg wurden allerdings auf Eis gelegt.

Von: tk-aw

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