Holz und Kunststoff

Tarifabschluss für die holzverarbeitende Industrie in Berlin-Brandenburg erzielt

20.02.2026 | Nach äußerst anspruchsvollen und zähen Verhandlungen sowie mehreren Aktionen bei Sonae Arauco in Beeskow (SAB) hat die IG Metall in der dritten Tarifrunde für die holz- und kunststoffverarbeitende Industrie einen wichtigen Durchbruch erzielt. Die Erklärungsfrist für beide Verhandlungsergebnisse läuft bis 27. Februar 2026, 12 Uhr.

Tarifabschluss Holz und Kunststoff - Grafik: IG Metall

Nach intensiven Gesprächen wurde am 19. Februar 2026 ein Verhandlungspaket aus Entgeltsteigerung und verbesserter Wiederinkraftsetzung des gekündigten Manteltarifvertrages sowie des TV Flexibilisierung der Arbeitszeit erzielt. Dies sichert den Beschäftigten der holzverarbeitenden Industrie in Berlin-Brandenburg spürbare Verbesserungen. Das Ergebnis beinhaltet auch die geforderte weitere Angleichung an das Entgeltniveau im Tarifgebiet Sachsen-Anhalt. 

Eckpunkte des Verhandlungsergebnis „Entgelt“ 

  • Einmalzahlung von 300 Euro (Beschäftigte) bzw. 150 Euro (Auszubildende). 
  • + 2,0 Prozent mehr Entgelt ab 1. Juli 2026, 
  • + 3,5 Prozent mehr Entgelt ab 1. August 2027 
  • überproportionale Steigerung der Ausbildungsvergütungen jeweils zum August 2026 und 2027 in allen Lehrjahren 
  • extra Erhöhung in den untersten Entgeltgruppen 
  • 26 Monate Laufzeit bis Ende Februar 2028 

Der gekündigte Manteltarifvertrag sowie der Tarifvertrag zur Arbeitszeitflexibilisierung werden zum 1. Januar 2026 mit folgenden Änderungen wieder in Kraft gesetzt: 

  • Absenkung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 38 Stunden ab 1. Januar 2027 mit vollem Entgeltausgleich 
  • Streichung der Einschränkungen von Mehrarbeitszuschlägen in Teilzeitarbeit 
  • Verkürzung der nachwirkenden Friedenspflicht von 5 Monaten auf 6 Wochen 
  • Eine Kündigung der Tarifverträge ist zu Ende 2029 möglich und hat das Potenzial für weitere Verbesserungen. 

IG Metall: „Ein hart erkämpftes, aber wichtiges Signal für die Branche Holz- und Kunststoff“ 

„Diese Einigung ist das Ergebnis einer schwierigen Verhandlungsrunde, die neben der Entgelttarifrunde auch die Frage der Arbeitszeit im Fokus hatte. Ab 2027 gilt neben Sachsen, auch in Berlin-Brandenburg und Sachsen-Anhalt die 38 Stundenwoche“, betont Ralf Köhler, Verhandlungsführer der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen. „Wir haben unter massivem Druck der Arbeitgeberseite standgehalten und Verbesserungen im Sinne einer weiteren Angleichung für die Beschäftigten durchgesetzt.“ 

Stark beeinflusst wurde die Tarifrunde von der Auseinandersetzung um kürzere Arbeitszeiten bei Sonae Arauco in Beeskow. Hier wurde nach rund einjähriger Verhandlung im Oktober 2025 ein Ergebnis erzielt. Wegen unterschiedlichen Ansichten zu wesentlichen Grundsatzfragen konnte die tarifvertragliche Umsetzung nicht erfolgen. Der jetzt erzielte Kompromiss greift das ursprüngliche Ansinnen der IG Metall-Mitglieder in anderer Form auf. Zeitnah wird die IG Metall zu den Details und Auswirkungen in den verbandsgebundenen Betrieben informieren.

Von: igm-bbs/ aw

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